Die Reisen

Die Könige haben ihren Weg durch Zeit und Gesellschaft bereits seit 2005 beschritten, wie man lesen kann. Zwischendurch verlassen immer wieder einige ihren Weg, sie werden verkauft und finden einen neuen Platz. Wenn das keine Reise ist...

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H.Schiele: Die "Könige" von Götz Sambale, St. Engelbert, Bergisch Gladbach

 

 

 

 

Welche Könige es schon gab, welche bereits von einem fasziniertem Ausstellungsgast in dessen eigenes Umfeld überführt wurden, welche welches „Baujahr“ haben, ich weiss nicht, ob dies irgendwo festgehalten wurde, ob sie z.B. laufende Nummern haben, die diese Rückschlüsse erlauben. Editionen sind es allerdings, es gibt eine limitierte Anzahl der jeweiligen „Modelle“.
Welche Färbung sie mittlerweile auf ihrem Weg durch Zeit und Gesellschaft aufgenommen haben, wäre eine andere Frage, die natürlich nur sie selbst beantworten könnten. Aber durch ihr zurückhaltendes Design strahlen sie jedenfalls eine Zeitlosigkeit aus, die sie in unterschiedlichem Kontext immer wieder neugierig und frisch erscheinen lässt. Sie blicken interessiert und selbstbewusst in die jeweilige Welt, und das erscheint diesmal nicht nur mir so, sondern auch dem Künstler selbst, der kindliche Eigenschaften im positiven Sinne in ihnen erkennt (Siehe hier!).
Wie eingangs erwähnt dachte ich selbst beim Ansehen der Ausstellungsprospekte, dass diese Skulpturen größer wären. Inwieweit die Wirkung, die diese Könige auf mich machen, davon abhängen, dass die Figuren so klein sind, lässt sich jetzt leider nicht klären. Aber dieses junge, frische, eben kindliche, wäre, glaube ich, auch bei größeren Exmplaren vorhanden. Die jugendliche Erscheinung hängt zumindest nicht an der Größe von 20 Zentimetern.

 

Jugendlicher König 1:

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H.Schiele: Die "Könige" von Götz Sambale, St. Engelbert, Bergisch Gladbach

 

Jugendlicher König 2:

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H.Schiele: Die "Könige" von Götz Sambale, St. Engelbert, Bergisch Gladbach

 

 

Nun, die Reisen durch unsere Zeit und Gesellschaft sind die eine Sache, ein symbolisches Reisethema eine andere. Für jemanden wie mich, der die Bibel nicht gelesen hat, ist sie trotzdem voller Reisen, voller Könige und voller Geschichten von Königen auf Reisen. Götz Sambale liefert keine Standortbestimmungen derart, ob es sich bei seinen Königen um mittelalterliche, europäische, oder fernöstliche Könige oder rein abstrakte, versinnbildlichende Symbol-Könige handelt. Spätestens mit der Ausstellung der Boote und der Ansammlung der Holzfiguren, die sich auf ihm befinden, ist aber für mich das "Exodus"-Thema beschritten. Zu sorgenvoll blicken diese Reisenden in die Fahrtrichtung. Überhaupt finde ich den Kontrast der beiden Gruppen, die sich durch Material und dadurch, dass sie im Gegensatz zu den einzeln im Raum verteilten Königen eben Gruppen sind, sehr eindrucksvoll, ob gewollt erzeugt, oder nicht. (Ich glaube, dass er nicht gewollt war). Dadurch wirken die eigentlichen Könige auf mich so, als ob sie aus der Obhut dieser Gruppen entsprungen sind und sich überall in der Kirche verteilt haben, was den jugendlichen Charme der Figuren weiter verstärkt. Vermutlich muss man aber auch einen optimistischen, positiven Blick für Kinder haben, um das ebenso empfinden zu können.

 

Vielleicht lesen Sie einfach noch hier weiter: Sie finden einen Artikel, der am Ende genauso schlussfolgert, hier.
Ein noch neutraleres Zitat von Götz Sambale findet sich in dieser Pressemitteilung.

Andere Könige, und in größeren Räumlichkeiten können Sie hier sehen.

 

Alle Bilder: hier!