"Ich weinte, so gut spielte er auf seinem schlechten Klavier"

Zsolt Kupán, geboren 2004, lebt im rumänischen Târgu Mureș. Frank Stinder kennt das junge Talent aus seinen Reisen in die Region Transsilvanien. Den Angehörigen der ungarischen Minderheit dort bezeichnet er als „wahnsinnig begabt“, denn er interpretiert auch komplexe Kompositionen schnell auswendig. Und das voller Emotionen: „Als ich ihn zum ersten Mal hörte“, so Stinder, „spielte er auch auf einem richtig schlechten Klavier so schön, dass ich einfach losweinen musste“.

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Schnell wurde man sich einig: der Bechstein sollte an Zsolt Kupán gehen. Der Professor stiftete den Flügel, Stinder transportierte den 2-m-Bechstein aus den 1880er Jahren nach Reichsdorf. Dort stellte er Material wie Wirbel und Saiten zur Verfügung und spendete viele, viele Arbeitsstunden. Der alte Flügel aus der renommierten Berliner Fabrik wurde aufwändig restauriert und wieder auf Vordermann gebracht.

Der Bechstein verbrachte viele Wochen in Frank Stinders Werkstatt. Kein Bauteil blieb unbeachtet, unbearbeitet -- und das Warten auf neue Saiten benötigte seine Zeit. Nichts wurde dem Zufall überlassen, jeder Lack, jeder Holzkitt ausgesucht, passend zum Instrument.

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Jede Schraube wird vermessen, katalogisiert, restauriert.

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So manches geht nicht ohne Kran ...

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... und das richtige Werkzeug sollte griffbereit sein.

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