Dolmen de Mané Bras

Fortsetzung der Erläuterungen zum Dolmen de Kermarquer, die man vorher gelesen haben sollte. Es handelt sich um eine Fotografengeschichte. Bekommt man den Dolmen de Mané Bras angemessen (also "sinnvoll") abgebildet, oder nicht? Mein zweiter Dolmen bei einem solchen Versuch, und ein paar Kleinigkeiten sind mir schon aufgefallen.

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H.Schiele: Dolmen de Mané-Bras, Morbihan, France

 

 

 

 

Als Titelbild möchte ich auch nicht den "Frontaldolmen" verwenden, sondern dieses Grab hier. Teil der Anlage und links neben dem größeren Dolmen liegend.

Die Lage des Dolmen de Mané Bras möchte ich auch gern zeigen, bzw. den Weg zu ihm hin.

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Auch dieser Dolmen liegt unheimlich. Ein ganzes Stück unheimlicher als der Dolmen de Kermarquer, denn der Weg durchs einsame Gestrüpp ist deutlich weiter. Einige hundert Meter muss man, vorbei an einem kleinen See, einem schmalen Pfad folgen, auf der Suche nach einer Grab- oder Kultstätte. Nachdem man ein Stück in diese Art Moorlandschaft eingedrungen ist, wird eine Baumgruppe auf einer Anhöhe sichtbar, und man ahnt, dass dort das Ziel erreicht sein dürfte.

Unterwegs deuten sich schon "Steine" an. Ob diese auch aus jener Zeit sind, keine Ahnung. Die Literatur sagt nichts darüber, daher vermute ich, dass dieses jüngere Steine sind.

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Das Licht ist anspruchsvoll, zumindest für unser Vorhaben, weder Nebel, noch Sonnenauf oder -untergang. Für jegliche Effekthascherei muss also selbst gesorgt werden.

Ich entscheide für mich, dass die Farbe und Atmosphäre der "Bretagne-Mystik" moosgrün, feucht und dunstig sein muss.

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Es ist soweit, der Pfad hat sich bis zur Baumgruppe durchgeschlängelt. Der Dolmen de Mané Bras ist erreicht.

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Mal wieder nichts besonderes zu sehen. Nun, jetzt gilt es die Fotos zu machen.

Der Dolmen ist sperrig, es braucht vielleicht noch ein bisschen Zeit für das Thema. Die Betrachter möchten Bretagne-Mystik sehen, Merlin, Feen, Zauberlinge. Die Farbvorgabe, die ich oben getroffen habe, finde ich hier nicht direkt. Hier kann nicht einfach geknipst werden. Dem Bild oben fehlt diese feuchte, neblige Atmosphäre. Es sieht trocken und langweilig aus. Dunkelgrün und Dunst, so wie hier unten, passen besser zum Thema. Wo keine "Moorlandschaft" vorhanden ist, muss sie eben hergestellt werden.

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Der Dolmen ist ein großes Loch. Es ist die Perspektive, die ihn erst interessant macht, und damit ist nicht die Perspektive des Fotografen gemeint. Da wir, die wir ihn kurz besuchen und fotografieren wollen, keine ernsthafte Beziehung zu diesem Ort haben, muss man den Ort mit den Augen "eines anderen" sehen, eines anderen, der diese Beziehung hat. In Frage kommen da zum Beispiel die Tiere die hier leben, oder, wenn man denn daran glaubt, die Geister derjenigen die hier ehemals gelebt haben. Diese Menschen "umschweben" ja diesen Ort in einer anderen Art und Weise, nicht als Tourist oder Fotograf. Sie sehen den Ort aus dem Dolmen heraus oder an dem Dolmen vorbei als ihren Wohn-, Arbeits-, Aufenthaltsort. Nicht so wie wir, fasziniert auf ihn drauf starrend.

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Dieses hier ist der vordere Eingang des Teils, der oben auf dem Titelbild zu sehen ist. Den größeren Teil sieht man im Hintergrund.

 

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Allmählich weicht sich meine harte Haltung über die Benutzung von Hilfsmitteln ein wenig auf. Die Benutzung des eingebauten Blitzes fördert durchaus Einsichten zutage. Nachtansichten zu simulieren könnte z.B. eine gute Idee sein.

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Was wäre mit unterschiedlichen Lichtquellen, Blitz, Reflektor-Klimbim hier noch möglich gewesen? Derart konzeptfotografisch zu Werke zu gehen, ist mir jetzt mangels Zeit und Material nicht mehr möglich. Ob Know-How und Inspiration dabei zum Erfolg geführt hätten - schwer zu ahnen. Jedenfalls wären wir bei einer aufwändigen und damit teuren "Produktion" gelandet - die nunmehr jetzt nicht stattgefunden hat.

Der Besuch des Forêt de Brocéliande war mir nicht vergönnt - quasi als Mekka dieses ganzen Themas. Wobei dieses dort nicht mehr unterschwellig mitschwingt, sondern Hauptsache ist. Hier wurde über Dolmen de Kermarquer und Dolmen de Mané Bras ganz gut stellvertretend einiges festgestellt. Auf der ziemlich aufwendigen Webpräsenz des Forêt de Brocéliande findet man auch sehr viele Fotos zum Thema, und man sieht dort sehr gut, dass man sich exakt mit dem auseinandersetzen wollte, was ich hier auch beschreibe, im dortigen Fall allerdings mit dem Zwang zum Erfolg.

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